Einige geschichtliche Hintergründe zur Darstellung der Entwicklung der Physiotherapie in Deutschland:

Seit der Gründung der ersten deutschen Ausbildungsstätte für Heilgymnastik im Jahre 1900 in Kiel hat sich im Bereich der Ausbildung von Physiotherapeuten einiges verändert.

Die deutsche Physiotherapie beschrieb sich jahrelang als ein ausschließlich praxisorientierter Ausbildungsberuf.

Erst Ende 1990 entstanden für diese Berufe erste Studiengänge. Heute gibt es deutschlandweit ca. 30 weiterbildende Bachelor-Studiengänge in den therapeutischen Berufen, die überwiegend an Fachhochschulen angesiedelt sind. Im September 2009 wurde die sogenannte „neue Modellklausel“ für die Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie und Hebammenkunde als Erprobungsstufe der Akademisierung aufgestellt. Ihre Evaluierung in den Jahren 2015-2017 wird ergeben, ob es grundlegend sinnvoll ist, die Ausbildung durch ein Studium zu ersetzen. Bis dahin wird es weiterhin ein Nebeneinander beider Möglichkeiten geben, das nicht immer unproblematisch ist. „Die sehr starke Bindung des Studiums an die teils 20-30 Jahre alten Berufsgesetze führt dazu, dass Vorgaben aus dem Bereich der beruflichen Bildung in erheblichem Umfang in die akademischen Curricula zu integrieren sind, was zwangsläufig zu Unverträglichkeiten führt, weil Ziele und Methoden einer beruflichen Ausbildung aus gutem Grund nicht mit denen eines akademischen Studiums deckungsgleich sind.“

Trotz der verhältnismäßig geringen Anzahl an Schulen, die einen Bachelor ermöglichen, schließt eine immer größere Zahl an Studenten das Studium ab. Der Verband deutscher Physiotherapeuten führt regelmäßig Befragungen durch, um den aktuellen Stand der Akademisierung zu ermitteln. Fazit einer Befragung ist, dass bis zum Jahr 2013 3.193 Studenten einen akademischen Abschluss im Fachbereich Physiotherapie erlangt hatten. Dieses Ergebnis entspricht bei einer Gesamtzahl von 136.000 beschäftigten Physiotherapeuten (Stand 2011) einer Quote von 2,3%, was deutlich macht, dass die Akademisierung der Physiotherapie in Deutschland noch in ihren Anfängen steckt.

Zum Vergleich stellen wir im Folgenden die Entwicklung der Physiotherapie in den Niederlanden dar...

Die niederländischen Berufsprofile - Darstellung der Entwicklung der Physiotherapie in den Niederlanden

Während in Deutschland bislang keine einheitliche berufsverbandliche Interessenvertretung besteht, gründete sich in den Niederlanden bereits 1889 die „Koninklijk Nederlands Genootschap voor Fysiotherapie“ für 22.000 angestellte Physiotherapeuten. Diese prägte fortan das Berufsbild hinsichtlich inhaltlicher, sozialer und gesellschaftspolitischer Belange inklusive eines Qualitätsmanagements. 2008 schließlich erschien das erste Berufsprofil, das die Rollen des Therapeuten in drei Gruppen einteilte: den Hilfeleister, den Manager und den Berufsentwickler. Während für die Rolle des Hilfeleisters zentral physiotherapeutische Kompetenzen erforderlich sind, zielt die Rolle des Managers auf die betriebswirtschaftlichen Kompetenzen des Physiotherapeuten ab. Er muss dafür sorgen, dass seine Dienstleistungen am Markt wahrgenommen werden und zugleich wettbewerbsfähig sind. Um das zu erreichen, ist ergänzend die Rolle des Berufsentwicklers notwendig, der die aktuelle wissenschaftliche Entwicklung innerhalb der Physiotherapie in seine tägliche Arbeit integriert.

Ein solch ausführliches Berufsprofil existiert in Deutschland in dieser Form noch nicht. Zwar gibt es seit 1994 ein Gesetz, das den Beruf des Physiotherapeuten definiert, jedoch hauptsächlich in der Absicht zu verhindern, dass die Berufsbezeichnung von Unbefugten geführt wird. Dabei bleibt es inhaltlich oberflächlich und setzt den Physiotherapeuten zudem weiterhin in Verbindung mit dem Beruf des Masseurs und medizinischen Bademeisters. Anders in den Niederlanden, wo man aufgrund der sich weiterentwickelnden Gesundheitsvorsorge im Jahre 2014 eine Überarbeitung des Berufsprofils entwickelte, die den neuen Anforderungen an die Physiotherapeuten gerecht werden sollte. Das neu entwickelte Kompetenzprofil von Vries, Schmitt, Kiers und Hagenaars beruht weiterhin auf dem CanMEDS-Modell. Entwickelt wurde dieses 1996 von der CanMEDS Physician Competency Framework und definiert das medizinische Fachwissen, die klinischen Fertigkeiten und professionellen Fähigkeiten von medizinischen Experten, um eine optimale patientenzentrierte Versorgung zu gewährleisten. Mittlerweile hat sich das CanMEDS-Modell in allen Gesundheitsberufen weltweit durchgesetzt.

Dabei werden für das physiotherapeutische methodische Handeln folgende sechs Schwerpunkte gelegt: Zusammenarbeiten/Kooperieren; Kommunizieren; Wissen teilen und Wissenschaft; soziales Handeln; Organisieren/ Managen; professionelles Handeln. Diese Schwerpunkte zeigen deutlich auf, dass der Physiotherapeut heute nicht nur sein Handwerk verstehen, sondern auch seine Dienstleistung am Markt etablieren muss. Das aber bedeutet, dass es mit zur beruflichen Kompetenz gehört Werbung in eigener Sache zu betreiben, sei es über eine Website, Printmedien oder andere Werbemittel.

Aufgrund der hohen Komplexität des Anforderungsprofils ist die Physiotherapie folgerichtig in den Niederlanden als Studienfach etabliert und damit einem ständigen Forschungs- und Entwicklungsprozess unterworfen. Das EPEPE-Programm hat sich zum Ziel gesetzt, diese Standards auch in europäische Nachbarländer zu tragen.

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Einige der Berufsprofile und Guidelines sind bereits auch auf Englisch verfügbar!

Aber auch das Niederländische ist gar nicht so schwer zu verstehen! Probiere es doch mal!

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